Programm

Resi Reiner - Support: Kobrakasino

Do 05.10.23

Goldener Salon

Konzert

Einlass: 19:00Beginn: 19:30Ende: 21:00

Eintritt: 20.00VVK: 17.80

Resi Reiner - Support: Kobrakasino

Foto - Event - Resi Reiner - Support: Kobrakasino

Resi Reiner - Weißt du, was ich mein? (KROKANT)

Endlich, endlich echsestiert es, und wie: Das erste, komplette Album von Resi Reiner. Machte die Wiener Musikerin im Laufe des Jahres schon mit den Singles Bialetti und Dunkles Herz auf sich und ihr Debüt aufmerksam, erscheint Weißt du, was ich mein? am 25.08. auf dem Hamburger Label KROKANT. Glücklicherweise können wir uns bis dahin auf zwei weitere Highlight-Auskopplungen freuen, die die Wartezeit verkürzen.

„Weißt du, was ich mein?“ klingt nach einem nachmittäglichen Spaziergang im Wiener Prater, es ist Spätsommer, das Licht ist Gold und der Herbst zum Greifen nah. Insgesamt neun Tracks lang begleitet einen dabei die im besten Sinne unaufgeregte Stimme Reiners durch Umstände, die einen während seiner Jugend und darüber hinaus durchaus in Aufregung versetzen. Um Identität und Freundschaft dreht sich das Album, aber auch um tiefe Traurigkeit und beständige Lethargie. Das, was Weißt du, was ich mein? so besonders macht, ist die Art und Weise, mit der Reiner dieses Coming of Age besingt: Nie deutet sie mit dem Zeigefinger auf etwas, selten verwendet sie Ausrufezeichen. Stattdessen gewähren ihre Songs angenehmen Interpretationsspielraum. Sie wolle textlich offen bleiben und nicht zu konkret werden, sagt die Sängerin. „Ich will niemanden mit einem Gefühlskorb überschütten.“

Und das gelingt. So geht es auf dem Album um Mitgemeint-Sein, um Gleichberechtigung und Männlichkeit, ohne den Anspruch zu erheben, die Problematik dieser Themenkomplexe zu durchwirken. Reiner arbeitet mit Humor, mit Atmosphäre und mit Zwischentönen, mit einer angenehmen Reduktion auf wenige, einprägsame Zeilen. So scheint nichts auf Weißt du, was ich mein? zu groß, obwohl einen an so mancher Textstelle Großartiges erwartet: „Wenn die Zeit wirklich alles heilt, dann wär ich jetzt soweit“ singt Reiner in Dunkles Herz und trotzt damit selbst den düstersten Gefühlen der Depression eine gewisse Leichtigkeit ab.

Weißt du, was ich mein? kommt ohne Kitsch aus, dennoch hat das Album keine Angst vor Tiefe. Und auch nicht vor Irritation und Kontrasten: in charmanten Melodien aus Klavier- und Synthiematerial, die zum mitsummen einladen, verkleidet Reiner ungeahnt Ernsthaftes. Ein Loblied an den Espressokocher und die Wirkung eines Antidepressivums, das vor allem gegen Schlafstörungen eingesetzt wird, können auf dieser Platte friedlich koexistieren.

Resi Reiner, 26, ist in Graz geboren, mittlerweile ist sie wohnhaft in Wien. Seit 2020 macht sie Musik und führte uns unterdessen schon nach Italien (Ich will nach Italien, 2021), zur Tischtennisplatte im Wiener Prater (Tischtennis, 2021) oder in die bittersüße Orientierungslosigkeit (Naja, geht so, 2022). Weißt du, was ich mein? ist zusammen mit Gunther Müller, Florian Sievers und Albrecht Schrader entstanden, in den Jahren 2021-2023. Ende September geht Reiner auf Tour, sie spielt in Deutschland und Österreich, genaue Daten hierzu folgen.

Also: Legt das Handy weg, zieht die Jacke an und geht mit Weißt du, was ich mein? spazieren, am besten lang.

https://www.instagram.com/resingbitchface/
https://open.spotify.com/intl-de/artist/1GPCGZqR8TPFCpVmIiZhQD?si=p4pfuqM9RJyJ7Sfv-kskpw&nd=1

Ganz wenige Bands lassen einen mit dem ersten musikalischen Atemzug bereits spüren, dass sie in ihrer kreativen Lunge Volumen für einen ganzen Tornado haben. Die 2017 gegründete Grazer Gruppe Kobrakasino gehört zu dieser Minderheit. Die vierköpfige Art-Rock-Band (bitte nicht falsch verstehen!) taucht ihre Songs aber nicht in großspurigen Saus und Braus, sondern in hauchdünne, vielschichtige Melodien, die sich unbemerkt in die Höhe schrauben. „Tauche meinen Körper in Patchouli-Duft ganz tief ein. Brauche Substitute, kann sonst nicht ich selbst sein“, heißt es in einem Lied. Die Kobras zügeln ihre Gedanken zu symbolverpackten und zwielichtigen Texten, in denen die Skepsis regiert, aber die Liebe kommandiert. Die Musik nehmen sie hingegen an die lange Leine.

Den Songs darf man nicht über den Weg trauen. Sie beginnen meist mit einer harmlosen Melodie und stehlen sich davon. Auf dem Weg greifen sie sich alles, was sie finden können. Fanfaren, weiße und schwarze Tasten, 808s, E-Gitarren. Ob im kanye-aesken Song „Nur einen Tanz“ oder auf der neuesten Single „H.O.F“, die ausgerechnet durch ein stromerndes E-Gitarren-Riff zum Pop-Hit avanciert. Diese Band kennt kein Risiko. Das Motto lautet „all in“. Im Kasino.

- Julian Melichar, Kleine Zeitung

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