Programm

Bite it! - 25 Years Sounds of Subterrania - Tag 1: Sha-La-Lee's , Lo Fat Orchestra, Cellophane Suckers, The Monsters and more

Fr 26.05.23

Hafenklang

Konzert

VVK: 35.00

Bite it! - 25 Years Sounds of Subterrania - Tag 1: Sha-La-Lee's , Lo Fat Orchestra, Cellophane Suckers, The Monsters and more

Foto - Event - Bite it! - 25 Years Sounds of Subterrania - Tag 1:
Sha-La-Lee

Am 26ten und 27 Mai feiert Gregor von Sounds of Subterrania bei uns im Hafenklang seinen 25ten jährigen Labelgeburtstag. Das Festival wird ganz im Zeichen der ersten Gehversuche als Label stehen, Old School Garagepunk pur, also quasi eine Instant Assholes Edition.


Lineup:
26.05.2023
Columbian Neckties (DK)
Smokin’ Taters (D)
Sha-La-Lee’s (BE)
Lo Fat Orchestra (CH)
Cellophane Suckers (DE)
The Monsters (CH)

The Monsters (Schweiz)
Die zweite Band muss ich glaube ich nicht groß vorstellen. Seit Jahren begleiten sie mich und ich sie. THE MONSTERS, 1986 in Bern gegründet, sind heute, 37 Jahre später, viel mehr als nur eine Band, sie sind eine Institution. Im Alleingang holten sie die Schweiz auf die Landkarte des Rock’n’Roll und malträtieren seitdem den geneigten (und oftmals auch den ungeneigten Hörer) mit ihren Mix aus 60ties Garagepunk, Teenage Trash Rockabilly und Primitive Rock’n’Roll.
Die brachialen Sounds, die Beat-Man mit seinen Mannen aus ihren Instrumenten holen, um damit auf das Publikum einzudreschen, sucht seines Gleichen. Der perfekte Exorzismus gegen den Dämon der Mittelmäßigkeit. Jedes Konzert ist eine Messe und ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster wenn ich behaupte, daß das, was Motörhead für den Rock’n’Roll ist/war, sind die The Monsters für den Garagenpunk. Blow Um Mau Mau!

Cellophane Suckers
There's Nothing Like A Song – Oder vielleicht doch? Zeit die vierte Band des Festivals vorzustellen. 8 Alben und 8 Singles und zwei Songs auf meinem Label, womit auch der Grund der Einladung geklärt wäre. Der Name der Band Cellophane Suckers entsprungen einer Zeit in der Dreck im Rock noch hoch geschätzt wurde. Ich habe vergessen, wann ich sie das erste mal gesehen habe, aber ich weiß das ich nie einer schlechten Show beiwohnte, das hat immer geknallt, gescheppert und der Kopf wurde einem ordentlich durchgespült, dabei war es so wie es sein sollte, vielleicht ist erdig das passende Wort.
Meistens trafen wir uns in den kleinen Konzertkellern der Republik, wo üblicherweise Garagenpunk-Shows stattfanden und immer war es wie ein kleines Familientreffen. Mattes half mir überdies bei Cargo Fuß zufassen und ins Geheime bedaure ich das Mattes mit High Noon sein eigenes Label betreibt und es somit nie zu einer weiteren Kooperation kam. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Übrigens niemand wirklich niemand covert so schön und perfekt einen meiner absoluten Lieblingssongs wie die Cellophane Suckers.

Lo Fat Orchestra (Schweiz)
Die nächsten im Bunde sind LO FAT ORCHESTRA aus Schaffhausen. Keine Band versteht so gekonnt Disco und Sixtiespunk zu verheiraten wie dieses Trio aus der Schweiz. Vergleichende Beschreibungen fallen da ziemlich schwer, versuchen wir es mal so: Geshon Kingsley's Hit "Popcorn" gespielt von den Oblivians, oder Yello covern die Monks. Versteht ihr was ich meine? Das ist definitiv Garage, nur wurden dankenswerterweise die Gitarren gleich in Detroit stehen gelassen, umso der Orgel, der stets schon vorantreibenden Bass Schlagzeug Fraktion und einem latent zwischen Hysterie und Laszivität schwankenden Gesang, mehr Platz zur Entfaltung zu bieten. Und so klingt das Ganze eben nicht simple nach Garage, vielmehr geht es hier in der Hauptsache um Groove, im Detail um einen schönen kleinen musikgeschichtlichen Ritt von 60tes Beat zum Soul über Trash, Pop und Noise, gepaart mit unterkühlten New Wave-Beats.
Das ist Musik, die man am besten in schmutziger Gesellschaft hört, in Clubs an deren Theke Bier nur zum nachspülen hochprozentiger Kurzer genutzt wird. Minimalbeat von Existentialisten für Existentialisten. Und keine Angst, hier wird keine Augenwischerei durch recycelte Retrosounds geboten, vielmehr filtrieren Lo Fat Orchestra die Essenz aus den einzelnen Stilrichtungen und führen diese zusammen. Übrigens haben sie mit „Going with the Punks“ eine der besten künstlerischen Analysen von Jugendkultur abgeliefert, die ich kenne.

Sha-La-Lee’s (Belgien)
Was unterscheidet kleine geile Festivals von Großen? Niemand würde auf die Idee kommen, Weimar oder Team Scheiße einzuladen. OK, nein im Ernst. Sie bieten Raum für Neues, denn sind wir ehrlich, niemand braucht wirklich die Altherrenveranstaltungen der Selbstvergewisserung und des ewig Gleichen. Oh, Blackpool ist ausverkauft! Es gibt sie also doch die das brauchen, nun denn. Ok, wo waren wir? Akt 6 auf dem Festival lässt mein altes Garagenrockherz nicht nur höher, sondern Purzelbäume schlagen. Wer sich etwas mit der Geschichte und besonders den Anfängen des Labels befasst hat, wird sie kennen. Es war genau die Band, vor der eure Eltern euch immer gewarnt haben. Die Rede ist von El Guapo Stuntteam. Die Band ist Geschichte und umso mehr freut es mich, daß Cedric eine neue Band hat und zwar eine, die sich mehr als lohnt. Als Whiskytrinker würde man sie so beschreiben: ein Hauch von kanadischer Garage, genauer Standort 43° 40′ N, 79° 23′ W , vermählt mit dem Blues aus den Sümpfen Louisianas. Natürlich gelagert in Fässern aus Detroit. Der Name der Band lautet The Sha-La-Lee's und klar werden wir gemeinsame Projekte starten. Ich weiß nicht, wie ich es euch beschreiben soll, aber die Songs sind so unfassbar gut, daß ich die ganze Zeit grinsen muss, wenn ich sie höre. Die Sha-La-Lee's geben wirklich diese enorme Bandbreite zwischen Gargenpunk und Garagenrock wieder, klingen extrem frisch und trotzdem auch so extrem abgeklärt, daß ich mir sicher bin, sie werden auch euer Herz im Sturm erobern.

Smokin’ Taters
Sounds of Subterrania wurde in Kassel gegründet und so darf zur Feier eine Band aus Kassel natürlich nicht fehlen. Die Wahl fiel auf die großartigen Smokin‘ Taters.
Bereits 1998 half ich den beiden Geiersbachern, Rufname Marco und Holger, nicht verwandt und verschwägert, bereits mit ihrer Grandpantomics 7“, 2019 dann mit ihrem selbstbetitelten Debüt Album. Die Liebe der beiden Haudegen zu räudigem Garagenpunk verband uns schon immer und über all die Jahre gab es viele Gespräche und gemeinsame Konzerterlebnisse. Zwischenzeitlich hatte ich auch eine Band mit Marco, wir kamen zwar nie über den Proberaumstatus hinaus, einen Namen hatten wir glaube auch nicht, schrieben aber großartige Songs mit so illustren Titeln wie „ Büromöbel, oh my Baby Yeah“. Die Proberaumaufnahmen sind leider verschollen ( Ja, Marco, die Aufnahmen sind weg und niemand wird sie finden) und so wird die Menschheit nie erfahren, was Büromöbel mit Garagenpunk und Weltfrieden verknüpft und wie wir das moderne Energieproblem lösen können. Zurück zu den Smokin Taters. Euch erwartet ‚ne ziemlich gute Mischung aus Gories und Oblivians, sehr einfach und minimalistisch gespielt. Das Wort räudig hatte ich ja bereits erwähnt. Also willkommen Smokin‘ Taters in Hamburg.

Columbian Neckties
Die letzten im Bunde sind die Columbian Neckties . Viel muß ich nicht über sie schreiben, denn schließlich begleiten sie mich und die meisten von Euch die letzten 23 Jahre.
Alles, was ich mir eigentlich vom Labelmachen am meisten gewünscht habe, ist mit ihnen in Erfüllung gegangen. Das passende Wort dazu heißt Freundschaft. Diese tiefe Freundschaft zu Henrik, Jeppe, Simon, Rune und Torben (der Drummer wechselte mehrere Male und wird deswegen ausgespart) ist dem Umstand zu verdanken, daß ich auf allen Touren Fahrer, Betreuer und Verkäufer war und dadurch die Chance hatte, mich als Teil einer, genauer dieser Band zu fühlen. Und ehrlich, wann hat man schonmal als Labelmacher die Chance, durch Brasilien zu touren, zumeist sitzt man ja alleine in seinem Lager und packt Platten. Dieses Gefühl, daß nicht nur der Umstand wichtig ist, der Sugardaddy von Band XY zu sein, sondern auch ich als ich geschätzt werde, hat mir sehr viel Kraft gegeben und mich auch über schwierige Zeiten getragen und vielleicht habe ich es auch deswegen auf 25 Jahre geschafft.
Wer die Neckties nicht kennt, kann sich die Zeilen von Alfred, ehemals Green Hell, zu Gemüte führen: - Das ist kein Skandinavischer Action Rock, sondern höllischer Turbo Punk'n'Roll, der dermaßen konsequent im roten Bereich fährt, daß einem ganz Angst und Bange werden kann. Die altbekannten Einflüße - von frühen New Bomb Turks über Devil Dogs und Saints bis zu den Dictators - sind geblieben, aber das ganze ist noch mehr auf den Punkt, präziser, lauter, übersteuerter, manischer, gewaltiger,...
Also bis bald …

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