Programm

Bite it! - 25 Years Sounds of Subterrania - Tag 2: The Pill, Johnny Notebook, Sewergrooves, The Hara-Kee-Rees, The 50 Kaitenz...and morehttps://www.tixforgigs.com/Event/47551

Sa 27.05.23

Hafenklang

Konzert

VVK: 35.00

Bite it! - 25 Years Sounds of Subterrania - Tag 2: The Pill, Johnny Notebook, Sewergrooves, The Hara-Kee-Rees, The 50 Kaitenz...and morehttps://www.tixforgigs.com/Event/47551

Foto - Event - Bite it! - 25 Years Sounds of Subterrania - Tag 2:
The Pill, Johnny Notebook, Sewergrooves, The Hara-Kee-Rees, The 50 Kaitenz...and more

Am 26ten und 27 Mai feiert Gregor von Sounds of Subterrania bei uns im Hafenklang seinen 25ten jährigen Labelgeburtstag. Das Festival wird ganz im Zeichen der ersten Gehversuche als Label stehen, Old School Garagepunk pur, also quasi eine Instant Assholes Edition.

Lineup: 27.05.2023


The Love (BEL)
The Pill (DE)
Riverhead (DK)
Johnny Notebook (DE)
Sewergrooves (SE)
The Hara-Kee-Rees (DE)
The 50 Kaitenz (JP)

The 50 Kaitenz (Japan)
Ich freue mich euch die erste Band meines kleines Festivals vorstellen zu können. The 50 Kaitenz aus Osaka setzen sich in den Flieger und ich bin mir sicher nach ihrer Show werdet ihr andere sein. The 50 Kaitenz aus Osaka spielen 60er-Punk wie ich es mir wünsche und das in einer Perfektion, bei der mir schwindelig wird. Allein die Übergänge vom Refrain zur Strophe sind so geschickt platziert, dass man sich dabei ertappt, die obligatorische Luftgitarre zu spielen und ohne ein einziges Wort Japanisch sprechen zu können, die Songsin einem vielfachen der Raumlautstärke lauthals intoniert. ザ50回転ズ spielen natürlich keinen reinen 60er-Punk. Ähnlich wie Turbonegro haben sie 70 Jahre Rock'n'Roll-Geschichte verschlungen und, um nicht das treffendere Wort zu gebrauchen, schamlos für ihre Zwecke eingesetzt. Ob Punk, Country, Garage oder Beat – alles wird unter die Lupe genommen, destilliert, gerührt, geschüttelt und wieder gerührt, um sich in respektloser Perfektion auf Euren Gehörgängen zu entfesseln. Ich bin begeistert von all den augenzwinkernden Zitaten, denn was dabei herauskommt, ist wohl das Eigenständigste, was ich in den letzten Jahren in diesem sehr beackerten Bereich gehört habe.

The Hara-Kee-Rees
Die Dritten im Bunde sind The Hara-Kee-Rees. Ursprünglich in Köln gegründet, hat das Leben sie in alle Winde verstreut. Natürlich ohne daß sie ihrer Finger vom Musizieren lassen konnten. Umso schöner, daß sie ihre Liebe zum Sixtees Punk niemals verloren haben und letztes Jahr mit The Prowler wieder 3 neue Garagestomper auf die Menschheit losgelassen haben. Obwohl in Köln gegründet, spielten sie 2002 ihr erstes Konzert im Haus / Kassel und was soll ich sagen, es war Liebe auf dem ersten Ohr. Sie spielten, alle tanzten, der Schweiß lief von den Wänden, ich fragte nach einer Platte und den Rest der Geschichte kennt ihr ja. Also packt eure Tanzschuhe ein, Bühne frei für The Hara-Kee-Rees.

The Sewergrooves ( Schweden)
Meine erste Show der The Sewergrooves sah ich im Loppen. Kike Turmix, Mastermind hinter den Pleasure Fuckers und Safety Pin, veranstalte ein kleines, schlecht besuchtes Festival in Kopenhagen. Nach einer halben Stunde stellte er mich der Band in seiner gewohnt relaxten Art vor und so kam es zu Veröffentlichung 35 auf meinem Label. Daß Skandinavien einen guten Ruf in Sachen Rockmusik hat, pfiffen ja bereits die Spatzen von den Dächern und ein Großteil dieses Rufes ist übrigens auch Bad Afro Gründer Lars zu verdanken. Sein Slogan „Pushing Scandinavian Rock To The Man!“ war Maxime und führte Anfang diesen Jahrtausends zu einem neuen Aufschwung dieses Genres. Die meisten Bands träumten von Größe, von Stadien, von dem, was man Rockmusik halt zuschreibt. Die Sewergrooves vielleicht auch, aber ihre Spielart war immer die der Straße, eine Band, die auch dem kaputten Detroit entsprungen sein könnte, eine Band mit großartigen Melodien und dieser unwiderstehlichen, unglaublichen Sexiness in Kurts souliger Stimme, die einfach alle um den Verstand bringt, eine Band, die nicht besser den Status des Rock’n’Roll Underdogs verkörpern könnte, als dieses Trio aus Stockholm. Und weil die Sewergrooves genau für diese, zu oft und zu unrecht verdrängte Art von Rock stehen, liebe ich ihre Musik so sehr. Hey, im Ernst, diese Form des Rock ermöglichte Punk das Leben und auch jetzt, 50 Jahre später, hat sie nichts an ihrer Faszination verloren.

Johnny Notebook
Es ist ja noch nicht so lange her, daß ich das Release des Albums vorstellen und feiern konnte. Und weil Garagenpunk mehr als eine Facette hat, sind Kika und Daniel auch beim Bite it Festival am Start. Macht Euch auf eine gehörige Portion elektronischen tanzbaren Garagenpunk gefasst. Die Songs sind mega catchy und wären sie vor 15 Jahren von pickligen Amis geschrieben wurden, heute bereits Klassiker. Ich mag diese musikalische Herangehensweise von Johnny Notebook sehr. Klar wird gerne der musikalische Zusammenhang mit Devo zitiert, aber mir kommt eher die Magie M.O.T.O.ischer Songschreibung in den Sinn.


The Pill
Plattencover für die Tip Toppers und Rachael Gordon, Webseite alt und Webseite neu. All das hat mit der Band zu tun, deren Name euch erstmal nichts sagen wird. Gut so! Die Band, um die es sich dreht, hat sich den mysteriösen Terminus The Pill verabreicht. Aber von vorn. Die Telefonleitung nach Frankfurt hat normalerweise immer nur eine Richtung, meistens bespreche ich neue Projekte / Grafiken oder halt Designs von Webseiten. Irgendwann Ende letztens Jahres dann ein Anruf zurück, das gelbe Batphone schrillte, das Fräulein vom Amt steckte die Kabel in die richtigen Buchsen und welch Überraschung, kein geringerer als Philipp „Superfan“ Karger befand sich am anderen Ende der Leitung. Man muss wissen, 1998, im Jahr der Gründung von Sounds of Subterrania, spielten Superfan auf dem legendären Motormania Festival ( danke Martin und Annette nochmals für diese geilen Hightlights meines Lebens) und putzten mich komplett weg! Nie hatte ich so einen Sound gehört, Garagenpunk mit durchgeknalltem Hardcoresound. Bis heute halte ich sie für eine der wichtigsten deutschen Bands. Egal, also Philipp am Telefon, seine Stimme bestimmt: „Gregor, ich habe ´ne neue Band, wir suchen eine Sängerin. Hast du eine Idee?“ ich hatte natürlich keine, aber wenn sich Musiker von Superfan, Monochords und Coach zusammentun, sollte man die Ohren gespitzt halten. Und wie das Leben so spielt, nach Berlin, Tokyo und Los Angeles strandet Sam, Künstlerin, Mangaikone, Synchronsprecherin in Frankfurt/M und krallt sich das Mikro. The Pill hat ihre Sängerin und mein kleines Festival eine weitere Band.

Riverhead
Es ist kein Jahr her, als beim großartigen Get Lost Festival Smertegrænsens Toldere aus Dänemark spielten. Ich sprach Mads wegen einer Veröffentlichung an und bekam ein paar Tage später eine Email von Jakob, dem Gitarristen, der mir seine andere Band vorstellte. Die Band heißt Riverhead und am 29.April wird via Sounds of Subterrania ihr zweites Album „Cancer“ erscheinen. Riverheads Sound passt auf den ersten Blick nicht ins Line-Up hinein, verbinden sie doch den Sound von Modern Hardcore und … And You Will Know Us by the Trail of Dead. Auf den zweiten Blick ist es genau das, was ich seit 25 Jahren mit dem Label versuche- neue Verbindungen schaffen, starre Formen aufsprengen, einfach andere Wege gehen. Riverhead führen im Grunde das weiter, was der Sud von The Pill ist und wenn man genau schaut, stehen auch die Gitarren der Sewergrooves in der Ecke. Also wer einen roten Faden braucht, hat ihn hiermit. So oder so, Riverhead werden euch die Gehörgänge freischruppen, da bin ich mir sicher.

The Love
Vorhang auf für The Love. Deren Song „Donna“ konntet ihr ja bereits bewundern und wenn das Festival startet, hat der Fünfer aus Belgien auch sein erstes Album am Start. Es gibt starke personelle Überschneidungen zu den Sha-La-Lee’s, genauer genommen ist Sänger und Leader Bob Belmans Soundman bei den Sha-La-Lees und diversen anderen belgischen Bands. Insgesamt sind die Songs von The Love souliger und weicher als die der Bruderband, es spielt mehr Memphis eine Rolle als Detroit. Ich mag dieses Konzept sehr, schließlich kennt man das aus dem frühen Punkkontext, daß die 10 gleichen Leute 5 Bands haben. Also wer sich an die großartige zweite Platte der Greenhornes auf Telstar Records erinnern kann, oder gerne die Come-Ones gehört hat, kommt hier komplett auf seine Kosten.

Gefördert von Neustart Kultur, Initiative Musik und der BKM