News

Statement zu der aktuellen Debatte in Hamburg, die unter Anderem das DOCKS & die Grosse Freiheit 36 betreffen

Wir, ein Zusammenschluss aus Hamburger Clubs, Veranstalter*innen und Künstler*innen, stehen für eine solidarische, bunte, demokratische Gesellschaft, die sich ganz klar und konsequent gegen rechte Einstellungen, wie Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, sowie sonstiges menschenverachtendes Gedankengut, stellt. Wir sind uns unserer gesellschaftlichen und politischen Verantwortung bewusst und betrachten es somit als wichtig, Stellung zu der aktuellen Debatte, die unter Anderem das Docks, die Grosse Freiheit 36, die Prinzenbar, den Kaiserkeller, die Galeria 36 und die TraumGmbH (Kiel) betreffen, zu beziehen.

Mitte 2020 veröffentlichte das Docks Hamburg einen Facebook-Beitrag zu einer Aktion zum Thema Corona-Maßnahmen. In diesem Beitrag kritisierten sie die „einseitige Debatte“ zu den Beschlüssen zur Eindämmung der Pandemie und stellten ihre Außenwände als Plakatwand zur Verfügung. Die Bewerbung zielte ausdrücklich darauf ab, die in den von ihnen als „Mainstreammedien“ betitelten Meinungen durch „Alternativen“ zu ergänzen. Die Betreiber*innen schafften damit seit Beginn dieser Aktion Platz für die Verbreitung antisemitischer und rechter Verschwörungsmythen.

Im aktuellen Statement des Docks & der Grossen Freiheit 36 wird davon gesprochen, dass die Betreiber*innen nicht immer der Meinung dieser, teilweise extrem rechten, Inhalte waren. Dadurch wird der Versuch unternommen sich von diesen zu distanzieren. Eine Einsicht oder Reflektion, dass sie als Betreiber*innen durchaus die Verantwortung dafür tragen und als „Redaktion“ entscheiden, welche Plakate aufgehängt werden, bleibt völlig aus. Im Juni 2020 wurde davon gesprochen, dass die Inhalte der Plakatwand "sorgsam ausgewählt und auf rechte Inhalte und Verschwörungstheorien überprüft" (Zitat Susanne Leonhard, Geschäftsführerin Docks, Facebook-Kommentar unter Post v. 18.06.2020) werden sollten. Die Betreiber*innen widersprechen sich selbst, da sie zum Einen behaupten, dass eine Prüfung der Inhalte stattfindet, zum anderen aber, dass sie sich von den Inhalten distanzieren.

Des Weiteren wird in der Stellungnahme häufig von Meinungsfreiheit gesprochen. Wer jedoch rechten Akteur*innen und Verschwörungsideolog*innen wie „Ken FM“ und „Reitschuster“ eine Bühne bietet, verbreitet damit rechte Inhalte und wirkt als Multiplikator*in für jenes Gedankengut. In der Stellungnahme wird sich hinter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit versteckt und die Aktion dadurch legitimiert. Es ist ein Armutszeugnis auf der einen Seite einen vermeintlich kritischen Diskurs einzufordern, diesen dann weit nach rechts zu öffnen und im Folgenden die dadurch laut werdende Kritik, als nicht demokratisch und „Meinungsdiktatorisch“ abzutun. Diese Doppelmoral können wir nicht dulden. Wir betrachten dies außerdem als gefährliches Instrument, das zu einer Wahrnehmungsverschiebung fernab wissenschaftlich fundierter Fakten führt. Diese Verschiebung treibt nicht nur eine Spaltung der Gesellschaft voran, sondern schürt auch Ressentiments und Menschenhass. Statt die Öffentlichkeitswirkung des Veranstaltungsortes zu nutzen, um dafür zu sorgen das sich Menschen untereinander solidarisieren und unterstützen, wurde so ein weiterer Raum für Falschinformationen, Unsicherheit und Menschenverachtung geschaffen. Wir müssen und wollen uns auf so eine widerliche Diskussion, bei der Grenzen verwischt und Fakten verklärt werden, nicht einlassen. Wir verurteilen die Verbreitung falscher und wissenschaftlich widerlegter Aussagen sowie die Instrumentalisierung von Wissenschaftler*innen, Künstler*innen sowie Opfern des Nationalsozialismus aufs Schärfste.

Vor knapp 2 Wochen fand in der Grossen Freiheit 36 eine Pressekonferenz des neu gegründeten "Bündnis für Aufklärung" statt. Hier wurden unter anderem schlimme Krankheitsverläufe des Corona-Virus geleugnet. Dies ist ein Schlag ins Gesicht für alle betroffenen Menschen, die Freund*innen und Familienangehörige durch das Virus verloren haben. Mit der Bereitstellung der Grossen Freiheit 36 für diese Pressekonferenz, positionieren sich die Betreiber*innen erneut. Mit dem letzten Statement haben sich das Docks und die Grosse Freiheit 36 klar auf einem Feld positioniert, was fernab unseres kulturellen und gesellschaftlichen Miteinanders basiert. Niemand verbietet den Betreiber*innen und den Verfasser*innen der Inhalte, ihre Meinung frei zu äußern. Sie müssen jedoch mit den Konsequenzen leben.

Die nicht nur logische Konsequenz, sondern das entschiedene Mittel ist unsere klare Distanzierung von solch relativistischen, instrumentalisierenden und falschen Aussagen, die die Plakatwand zieren. Eine weitere Konsequenz ist, dass wir jegliche Zusammenarbeit mit den betroffenen Clubs und Veranstalter*innen konsequent abbrechen und nicht im Zusammenhang mit ihnen stehen wollen.

Wir fordern vom Docks, der Grossen Freiheit 36, der Prinzenbar, dem Kaiserkeller und der Galeria 36: Den sofortigen Austritt aus dem Hamburger Clubkombinat.

Im selben Zuge möchten wir uns mit dem Clubkombinat solidarisieren. Unser Ziel ist keine Spaltung innerhalb des Vereins, sondern ein Safe-Space innerhalb der Hamburger Clublandschaft, mit Mitgliedern die sich für eine solidarische, demokratische Gesellschaft einsetzen und konsequent und offen gegen Rassismus, Antisemitismus und Sexismus einstehen.
Erstunterzeichner*innen:

Abramowicz
Alte Sau
Astra Colada
Astra Stube
Bambi galore
Bandulera
barbarabar
Bass Forward The Revolution
Beat Boutique
BeyondBorders
Boomerang
Booze Cruise Festival
Boy Division
Breakfast of Champions
Café Hochberg Booking & Konzertveranstaltung
Chief Brody
Christopher Korth
Chrome.Labs
Club Unterm Strich
clubkinder e.V.
Crackhouse Kochradio
Damaged Goods
Der Vinylizer
DJ Tofuwabohu
Doc Bader
Fidel Bastro
fluppe
Frau Hedis Tanzkaffee
Futur III
Gängeviertel
Gerald Steyr (Hoch 10)
Golden Pudel Club
Gregor Samsa (Sounds Of Subterrania)
Grilly Idol
Grundeis
Grüner Star
Hafenklang
Hamburg Konzerte
Hanseplatte
Headcrash
Holly Would Surrender
Honigfabrik
Huffduff
ILL
Inga Braun
JazzFederation
Joe Astray
Jolly Roger / Ballkult e.V.
Keine Bühne Für Nationalist*innen
Kleiner Donner
Komet
Krank
Kulturelles Neuland e.V.
KulturWerkstatt Harburg
KunstKate Volksdorf
La Pochette Surprise
Lets Stay United
Lobusch
Logo
Madeleine Ricke
Marias Ballroom
Mark Boombastik
Mark Gerecke
MFS Music
Michel Kazak
Milena Kopetz, evo.one_
Miley Silence
Millerntor Gallery
Molotow
Momo
Mondo Bizarro Punkrockradio
Monkeys Music Club
Motorschiff Stubnitz e.V.
MUSICSPOTS
Myriam Lange
Nachtasyl
Off The Radar e.V.
Ohne Kommerziellen Wert
Old Dubliner
Outside The Lines
Painted Block e.V.
PAL
Peter Kraemer
Phokus
Pony Bar
Pooca-Bar
Potato Fritz
Power Suff Girls
Premium-Kollektiv
Rilrec
Rock & Wrestling
Rote Flora
RSNZRFLXN
Schrødingers
Semtex
Subspace
Südpol
The Detectors
The Next
Tingel-Tours
Trümmerratten
Turbojugend St. Pauli
Turtur
Uebel & Gefährlich
unhappybirthday
Urbano
Velvet Bein
VIVID e.V.
Vladimir Harkonnen
Waagenbau
Weltturbojugendtage
whitecube Bergedorf
Wild Wax Shows
Wolf von Waldenfels
YØR
Youth of Altona
Zinnschmelze
 
Goldener Salon | Konzert

KALI MASI (Punkrock, USA) + ARTERIALS (Punkrock, Hamburg)

Eintritt: 17.00 € | Eintritt VVK: 14.00 €
Open: 20:00 | Start: 21:00